Eimsbütteler Turnverband e. V.
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Corona-Krise
29. April 2020

Wie geht es dem ETV? Wann gibt es wieder Vereinssport?

Liebe ETV-Mitglieder, fast sieben Wochen ruht der gesamte Vereinssportbetrieb in Hamburg inzwischen wegen der Corona-Pandemie. Über Lockerungen der Beschränkungen und schrittweises Wiederhochfahren auch im Sport wird auf politischer und sportverbandlicher Ebene diskutiert, und am 6. Mai könnten erste Beschlüsse der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten folgen. Der Vorstand möchte ihnen und euch einen kleinen Einblick geben, wie es um ihren und euren Verein steht und wie wir den ETV durch diese Krise steuern.

Zunächst einmal möchten wir uns sehr herzlich bei allen Mitgliedern für Ihre Vereinstreue und ihre Solidarität in diesen schwierigen Zeiten bedanken. Wir erleben bislang zwar eine wachsende Ungeduld bei vielen Mitgliedern, die endlich wieder ihren Sport im Verein und mit ihren Freundinnen und Freunden treiben wollen, aber wir erkennen keine größere Fluktuation als sonst. Dafür sind wir sehr dankbar.

Der ETV finanziert sich, den Sportbetrieb, die Sportanlagen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu 80 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen, 20 Prozent machen Mieten, Zuschüsse, Spenden und Sponsoren aus. Über 50 Prozent der Aufwendungen des Vereins sind Personalkosten. Derzeit sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz oder teilweise in Kurzarbeit, der Verein stockt das Kurzarbeitergeld erheblich auf, denn die im gemeinnützigen Sport gezahlten Gehälter und Stundensätze sind nicht üppig. Wir bezahlen auch die Mini-Jobber und Übungsleiter, die eine Aufwandsentschädigung erhalten, weiter. Einzig die freiberuflichen selbständigen Honorarkräfte können wir aus zwingenden rechtlichen Gründen derzeit nicht weiterbezahlen. Immerhin konnten wir einige Honorarkräfte mit der Produktion von Videos für unser Online-Sportangebot „ETV@Home“ beschäftigen und dafür natürlich auch bezahlen – so ist ein inzwischen sehr umfangreichen digitales Sportangebot entstanden, das von vielen Mitgliedern sehr gelobt und gut angenommen wird. Die Finanzierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Trainerinnen und Übungsleiter ist aber nur möglich, weil die Mitglieder dem Verein die Treue halten und die Beiträge bis 30. Juni eingezogen werden konnten. Nochmals: Danke dafür!

Wer durch die Corona-Krise in finanzielle Not gerät und deshalb eine Kündigung der Mitgliedschaft erwägt, melde sich bitte vorher bei uns. Wir wollen jede und jeden als Mitglied des ETV halten und mit ihnen und mit euch durch die Krise kommen. Dafür finden wir einen gemeinsamen Weg: vorstand@etv-hamburg.de.

Der Hamburger Senat hat drei Corona-Soforthilfe-Programme aufgelegt, die auch von Sportvereinen beantragt werden können. Zwei dieser Programme bieten zinsgünstige rückzahlbare Darlehen an. Diese beantragen wir für den ETV derzeit nicht, denn wir benötigen aktuell keine zusätzliche Liquidität. Ein weiterer Fördertopf, der „Notfallfonds für den Sport“, der insgesamt 5 Millionen Euro umfasst, bietet nicht rückzahlbare Zuschüsse, je Verein einmalig maximal 25.000 Euro. Diesen Zuschuss wird der ETV beantragen. Leider verliert der Verein derzeit aber durch ausbleibende Kursgebühren in der Schwimmschule, bei Workshops und Mieten monatlich 46.000 Euro. Der Zuschuss hilft also nur sehr begrenzt.

Inzwischen gibt es Licht am Ende des Tunnels – jedenfalls für einige Sportarten: der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Ende letzter Woche SPORTDEUTSCHLAND dazu aufgerufen, dass auch wir Sportvereine mit Übergangsregeln zum Sportbetrieb starten sollten. Eine konsequente Anwendung der Leitplanken (siehe unten) minimiert das Ansteckungsrisiko. Dabei werden auf die Organisationfähigkeit der Sportvereine und die hohe Eigenverantwortung bei Sportler*innen, Trainer*innen und Verantwortlichen der Sportvereine gesetzt.

Auf uns Sportvereine, die wir im Umgang mit Werten wie Fair Play, Respekt und Disziplin geübt und bewährt sind, kommt im Zuge der Lockerungen in den nächsten Wochen und Monaten eine große Aufgabe zu. Auch wir beim ETV werden Tausende Menschen an eine andere Art und Weise des Sporttreibens heranführen und zeigen, dass es auch anders geht. Die in Zukunft vermittelten Verhaltensweisen werden auch auf andere Lebensbereiche übertragbar sein und so zur langfristigen Überwindung der Corona-Pandemie beitragen.

Der DOSB hat zehn Leitplanken für das künftige Sporttreiben aufgestellt, die aktuell in den Gremien der Politik und der Verbände weiter beraten werden:

  • Distanzregeln einhalten
  • Körperkontakt vermeiden
  • Freiluftaktivitäten präferieren
  • Hygieneregeln einhalten
  • Umkleiden und Duschen zu Hause
  • Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen
  • Veranstaltungen wie Versammlungen und Feste unterlassen
  • Trainingsgruppen verkleinern
  • Angehörige von Risikogruppen besonders schützen
  • Risiken in allen Bereichen minimieren

Der DOSB stellt abschließend klar: „Daher möchten wir Sie ermutigen, im Falle einer sukzessiven Aufhebung der bestehenden Kontaktsperren den organisierten Sport mitzudenken und mit Vertrauen in die Fähigkeiten von SPORTDEUTSCHLAND das vereinsbasierte, auf die Situation angepasste Sporttreiben in Deutschland unter den Leitplanken des DOSB und den sportartspezifischen Übergangsregeln der Fachverbände zuzulassen“.

Als Verantwortliche des ETV möchten wir Sie und euch bitten, in den kommenden Wochen Verständnis und Geduld aufzubringen für einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Sport unter Berücksichtigung der zehn Leitplanken des DOSB. Wir wollen nicht in verfrühte Euphorie verfallen und glauben, dass morgen der gesamte Sportbetrieb wieder anfängt. Aber wir werden gut vorbereitet sein und uns für einen Neustart bereithalten. Tennis und Leichtathletik, Outdoorsportarten und Rückschlagsportarten werden sicherlich die ersten sein, die unter veränderten Bedingungen eine Startchance bekommen könnten. Wir wollen aber auch unseren vielen Fitness- und Kursmitgliedern schon bald wieder ein Angebot machen und entwerfen dafür gerade ein Konzept für ein Outdoor-Fitnessprogramm, möglicherweise sogar für ein Outdoor-Fitness-Studio. Hoffentlich können wir dies bald umsetzen. Wir bleiben zuversichtlich.

Danke für ihre und eure Unterstützung und Mithilfe. Bleibt gesund!

Mit sportlichen Grüßen

Frank Fechner, 1. Vorsitzender

für den Vorstand des Eimsbütteler Turnverband e.V.

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