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Akrobatik
19. Februar 2020

Wie wir Feuer fingen

Alles begann mit dem Wunsch nach ein bisschen Sport für die Kinder. Donnerstagabends von 18 bis 20 Uhr. Soweit so gut, dann bleibt noch ein bisschen Zeit für einen Apero in der Zwischenzeit;). Das war der Plan und wie immer ging die Sache ganz anders aus. Am letzten Samstag war der erste Wettkampf unserer Kinder.

Wider besseren Wissens und entgegen all unserer Gewohnheiten standen wir um 6:30 Uhr freiwillig auf, schmierten Brote, packten das Auto, holten noch ein drittes Kind ab und fuhren noch vor Sonnenaufgang Richtung Seedorf. Dort kamen wir natürlich viel zu früh an und saßen um 8:15 Uhr in einer Sporthalle. Erinnerungen kamen hoch, es roch nach Gummimatten und Turnschuhen. Schulsport war nie meins gewesen. Man begrüßte andere Eltern, die man kaum vom Sehen kannte und bewunderte die gut ausgestattete Frühstücks- und Mittagsbar. Hatte ich doch glatt die Brote umsonst geschmiert.
Um 9:30 Uhr machten wir noch Witze darüber, wie lange wir denn hier noch ausharren mussten.

Um 10:30 Uhr verging das Lachen: Als die ersten Mädchen die Matte betraten, bekam ich eine Ahnung davon, was Akrobatik den Mädchen (und 2 Jungs, tatsächlich) bedeutet, warum sie freiwillig so früh nun mittlerweile JEDEN Samstag aufstanden und sich nach einem eh schon langen Tag am Montagabend noch mal in die Halle quälten. Es war tatsächlich atemberaubend, und nicht nur mir standen die Tränen in den Augen. Was diese Mädchen bei ihrem Trainer Andreas Görlich gelernt hatten, war der Wahnsinn. Nachdem ich mich davon erholt hatte, dass mein ansonsten eher lernunwilliges Kind eine komplette Choreo in so kurzer Zeit einstudiert hatte und mit so viel Anmut auf die Matte brachte, nahm ich die Unterschiede und Feinheiten der Akrobatik war. Es gab also ein Punktesystem wie beim Eiskunstlauf? Mit Abzügen für kleine und größere Fehler. Es gab Einteilungen nicht nach Alter, sondern nach Gruppe. Und es gab einfach ein paar mehr Disziplinen als ich gedacht hätte. Gewertet wurde einmal die Pflicht, mit vorgegebenen Elementen und die Kür, bei dem aus der Pflicht sozusagen ein Programm, eine Show gemacht wurde. Und es war auch ein Wettkampf zwischen den Vereinen, natürlich. Und Seedorf-Sterley war ziemlich gut!

Am Ende des langen Nachmittags standen auf beiden Seiten der Vereine etliche Mädchen auf den Siegertreppchen. Es gab unterschiedliche Medaillen beim ETV: 5 x Gold,4 x Silber und 1 x Bronze.

Aber was hier alle Kinder gemeinsam hatten, war dieses Leuchten im Gesicht und diese unbändige Freude, eine großartige Leistung vollbracht  und auch ein Publikum begeistert zu haben. Ach ja, und mit den Eltern die man kaum vom Sehen kannte, hatte man in der Zwischenzeit natürlich Nummern ausgetauscht, weil Begeisterung eben einfach zusammenschweißt.

„Ein Akrobat sollte die Kraft eines Gewichthebers, die Ausdauer eines Langstreckenläufers, die Geschicklichkeit eines Jongleurs und die Anmut eines Tänzers in sich vereinen.“ (Kiphard, 1961,S31)

Dank an Petra Walther und ihr Team für einen tollen Wettkampf!

Ein Artikel von Alexandra von Criegern

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