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BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord
05. April 2021

ETV-Einstand in der ProB: Eine Saison für drei Basketball-Leben

Neue Liga, neue Gegner, neue Halle, neue Reiseziele ... Eigentlich schon genug Herausforderungen für die Aufsteiger des Eimsbütteler TV in ihrer ersten Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Doch dabei blieb es nicht. Mit welchen Unwägbarkeiten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs in der abgelaufenen Spielzeit 2020/2021 noch alles konfrontiert werden sollten, hätte wohl vor dem Start niemand auch nur ansatzweise gedacht. Tausend gute Gründe für einen Rückblick.

„Es waren ja nur gut fünf Monate, gefühlt aber drei Basketball-Leben. Ich bekomme die ganzen Erinnerungen gar nicht richtig auf die Reihe“, sagt ETV-Headcoach Sükran „Süki“ Gencay retrospektiv rund zwei Wochen nach Saisonende. Auch für sie war die Profiliga ProB Neuland, genau wie für die meisten ihrer Schützlinge. Und vor diesem Neuland stand erst mal ein Berg, ein Berg voller Arbeit, der gemeinsam gemeistert wurde. Dank Anstrengungen von Basketballabteilung, Hauptverein und Sponsoren sowie einer gelungenen Crowdfunding-Aktion wurde der nötige Etat für das Abenteuer Zweite Liga aufgebracht. Die vielköpfige Orga-Crew sorgte bei den Heimspielen für einen reibungslosten Ablauf und einen kostenlosen Livestream, der regelmäßig von mehreren Hundert Zuschauern verfolgt wurde. Und sportlich stand nach dem Abgang von Topscorer Tyseem Lyles in die ProA nach Karlsruhe mit den zwei Heimkehrern Mubarak „Mubi“ Salami (aus Stahnsdorf) und Abdulai „Abu“ Abaker (von den TSV Neustadt Temps Shooters) sowie Will Barnes (früher Hamburg Towers) adäquater Ersatz bereit. Dachten alle. Doch wurde kurzfristig von einem Engagement von Ex-Profi Barnes wegen zu großer beruflicher und gesundheitlicher Belastung beiderseitig Abstand genommen.

Und als die Saison dann am 18. Oktober 2020 endlich losgehen sollte, war sie auch schon wieder vorbei. Zumindest vorübergehend. Wegen zweier positiver Coronatests in Reihen des ETV trat die Mannschaft nicht wie geplant den Weg zu den BSW Sixers nach Sandersdorf (Sachsen-Anhalt), sondern in eine 14-tägige Quarantäne an. Plus einer Woche Regeneration fielen der unfreiwilligen Pause drei Spiele zum Opfer, die nachgeholt werden mussten.

Am Samstag, den 7. November 2020 um 19 Uhr war es aber endlich so weit: der erste Sprungball in einer deutschen Basketball-Profiliga mit ETV-Beteiligung. Und das nicht irgendwo, sondern beim Nachbarn SC Rist Wedel. Und was für ein Auftakt! Selbst noch Corona-geschwächt, nutzte das Team um Kapitän Leo Eckmann die Gunst der Stunde und schlug den stark ersatzgeschwächten Lokalrivalen 91:88 nach Verlängerung. Erstes Spiel, erster Sieg – so konnte es weitergehen. Ging es aber nicht – und das nicht ganz unerwartet. Obwohl sich die erfahrenen Neuzugänge als Volltreffer erwiesen, Mubi sogar zum Liga-Topscorer avancierte, folgten so einige Lehrstunden gegen deutlich professionellere und besser besetzte Teams.

Zwar gab es im weiteren Saisonverlauf nur noch dreimal Grund zum Jubel – besonders beim 110:98-Vollgassieg im zweiten Derby gegen Wedel. Doch auch bei Niederlagen zeigten die ProB-Novizen vom ETV mehrfach ihre Konkurrenzfähigkeit. Beim 74:75 in Bernau wurde ihnen schmerzlich vor Augen geführt, dass man sich in einer neue Liga erst ein gewisses Standing bei den Schiedsrichtern erarbeiten muss. Ein Thema, dass Cheftrainerin Süki noch an einigen weiteren Spieltagen beschäftigen sollte. Und auch am größten Punktesegen der gesamten ProB-Hauptrunde war der ETV beteiligt, als er Meister Bochum beim 112:115 arg in Bedrängnis brachte.

„Ich bin mit etwas Distanz durchaus zufrieden mit der Saison. Die Mannschaft hätte auch in ihre Einzelteile zerfallen können bei den vielen Niederlagen, stattdessen ging die Leistungskurve aber insgesamt nach oben“, urteilt Gencay, die auch sich selbst Fehler eingesteht: „Wir hätten mehr Testspiele in der Vorbereitung gebraucht. Es dauerte zu lange, bis wir im Rhythmus waren. Aber daraus werden wir lernen. In der ProB ist halt alles mental und physisch anspruchsvoller, man muss taktisch noch variabler sein.“

Variabilität war auch abseits des Feldes gefragt. Oder besser: Improvisationstalent. So ging Mitte Dezember beim Aufwärmen in der Sporthalle Wandsbek die Korbanlage auf Seiten der Gäste aus Münster zu Bruch. Anstelle eines zeitaufwendigen Brett-Austauschs zog der gesamte Tross um in die Traininingshalle Hohe Weide, wo eine Stunde später der Jump erfolgte. Es wurde ein Umzug auf Dauer. Da wegen Corona ohnehin keine Zuschauer zugelassen waren, konnten alle weiteren Heimspiele in Eimsbüttel ausgetragen werden. Auch am 7. Februar 2021 lief nicht alles nach Plan, als die ETV-Reisegruppe auf dem Weg zum Nachholspiel in Sandersdorf winterbedingt am Berliner Hauptbahnhof strandete und unverrichteter Dinge den Heimweg antreten musste. Und es gab zwei weitere Absagen bei den Spielen in Köln und Düsseldorf, als zwei obligatorische Schnelltests positiv ausfielen, später von PCR-Tests jedoch widerlegt wurden.

Und so passte es irgendwie zu dieser kuriosen Saison, dass das eigentlich erste Spiel schließlich das letzte werden sollte. Für einen sogar das allerletzte im Eimsbütteler Dress: Vidmantas Uzkuraitis beendete nach fünf erfolgeichen Jahren mit einem Double Double beim 69:84 in Sandersdorf seine ETV-Karriere, ihn zieht es in seine Heimat Litauen zurück. Der Ex-Profi war erwartungsgemäß eine der personellen Stützen im unerfahrenen Hamburger Team, genau wie die meisten Neuzugänge. So wurde Mubarak Salami mit 26,2 Punkten pro Partie Hauptrunden-Topscorer der gesamten ProB, Abdulai Abaker mit 3,1 Steals der beste Balldieb. „Abu und Mubi sind echte Identifikationsfiguren geworden“, lobt Süki ihre Schützlinge, die sie bereits in früheren Jahren lange trainierte. Die beste Entwicklung legte auch ein Neuer hin: Mayika Lungongo. Der 2,10 Meter große Center, der über ein Tryout den Sprung ins Team geschafft hatte, steigerte sich in der zweiten Saisonhälfte enorm und holte beispielsweise beim 74:77 im Heimspiel gegen Bernau satte 16 Rebounds. „Mayika hat gut trainiert und sich richtig reingekämpft. Aber auch Leute wie Fabi (Fabian Paetsch) haben die Herausforderung angenommen“, so Gencay.

Und wie geht es weiter mit den ETV-Helden? „Stand jetzt wollen wir auch in der nächsten Saison ProB spielen. Bis zum 15. April muss man die erste Meldung einreichen“, sagt Gencay, Headcoach und Abteilungsleiterin in Personalunion. „Es muss allerdings wirtschaftlich darstellbar sein.“ Unter anderem deshalb wird vermutlich auch in der neuen Spielzeit die Heimspielstätte die Sporthalle Wandsbek mit ihren 2000 Plätzen sein. Gencay: „Wir hoffen natürlich, dass wir dann auch wieder vor Zuschauern spielen dürfen. Da bietet Wandsbek für mögliche Abstandsregeln einfach die besseren Bedingungen. Und wir können dort zweimal wöchentlich übers Feld trainieren.“ Nicht nur die Cheftrainerin hofft, dass ihr Team in einer möglichen zweiten Saison von den gemachten Erfahrungen profitiert – so wie zuvor in der Zweiten und Ersten Regionalliga. Damit die Herausforderungen vielleicht ein bisschen kleiner werden. Und die Unwägbarkeiten weniger.

Das war der ETV Hamburg in der ProB-Saison 2020/2021.

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