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BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB
12. Dezember 2020

Pleite nach Hallenwechsel: ETV-Basketballer verlieren 72:105 gegen WWU Baskets Münster

Die Premierensaison des Eimsbütteler TV Hamburg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ist und bleibt eine Abenteuerreise. Nach bereits vier Corona-bedingten Spielausfällen und einer eigenen zweiwöchigen Quarantäne erlebten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs am 9. Spieltag ein weiteres Novum: Das Heimspiel gegen die WWU Baskets Münster musste wenige Minuten vor Spielbeginn aus der Sporthalle Wandsbek in die wesentlich kleinere Halle an der Hohen Weide verlegt werden, nachdem beim Warmup eine Korbanlage zu Bruch gegangen war. Zwar reichte das Improvisationstalent beim Aufsteiger, um die Partie mit einer Stunde Verspätung ordnungsgemäß durchzuführen. Doch hatte das Team von Headcoach Sükran Gencay am Ende in der „Alten Heimat“ beim 72:105 (20:24; 19:28; 16:20; 17:11) gegen den hoch gehandelten Favoriten das Nachsehen.

Zu Hause ist es doch am schönsten? Von wegen! Die Gäste erwischten bei ihrer Jagd nach dem ersten Auswärtssieg den besseren Start und gingen schnell mit 14:6 in Führung. Beim ETV hielt vor allem ein Spieler dagegen, der die Ausweich-Spielstätte lediglich vom Training und nicht aus der erfolgreichen Aufstiegssaison kennt: Neuzugang Mubarak Salami (kam aus Stahnsdorf zurück nach Eimsbüttel), mit knapp 25 Punkten im Schnitt einer der besten Scorer der Liga, zeichnete allein für sage und schreibe 15 der insgesamt 20 Zähler der Hamburger im ersten Durchgang verantwortlich. Doch vor allem dank der Dominanz von Baskets-Center Malcom Delpeche (8 Punkte) unter den Körben ging Münster mit einer 24:20-Führung in die erste Viertelpause.

Bild: Justus Stegemann

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie äußerst intensiv. Die Titelanwärter aus Westfalen zeigten wie erwartet die bessere Spielanlage, auch von außen ging speziell dank der Treffsicherheit von Jasper Günther (12 Zähler in der ersten Halbzeit, 21 am Ende) immer mehr. Beim ETV dagegen waren es eher Einzelaktionen, die zum Erfolg führten: dynamische Drives von Salami und Point Guard Abdulai Abaker sowie Treffer der Distanzschützen Marcel Hoppe und Vidmantas Uzkuraitis. Doch trotz allen Kampfgeistes und einer erneut wirksamen Zonenverteidigung der Gastgeber gewann der Spielwitz der Universitätsstädter mehr und mehr die Oberhand – ihre 52:39-Halbzeitführung nach einem abschließenden 7:0-Run war nur folgerichtig.

Das dritte Viertel eröffnete der Außenseiter so, wie es sich für eine Aufholjagd gehört: mit einem Dreier (von Marcel Hoppe). Allein: Es sollte nicht viel helfen. Zu groß war weiterhin die Überlegenheit der WWU Baskets unterm Korb, wo vor allem Backup-Center Adam Touray seine Athletik (ein Block) und seinen Touch (5/6 Freiwürfe) zeigte. „Wir geben nicht auf!“, signalisierte ETV-Headcoach Sükran Gencay trotz allem ihrem Team in einer Auszeit – ein Verhalten, dessen ihre Schützlinge generell eher unverdächtig sind. Keine Selbstverständlichkeit angesichts eines erneut konstant zweistelligen Rückstands, wie schon in den vorgangegangenen Heimspielen gegen Bochum und Schwelm, zwei weitere Spitzenmannschaften der Liga.

So bestand denn beim Stand von 55:72 zum Start ins letzte Viertel nur noch vage Hoffnung für den ETV auf den ersten Heim- und zweiten Saisonsieg überhaupt. Immerhin: Die des Öfteren angewandte Zonenpresse der Gäste bereitete dem unerfahrenen Aufsteiger recht wenige Probleme. Dafür brachten immer wieder Ballverluste (22 insgesamt) und Unkonzentriertheiten im Abschluss das Team um den (verdienten) Lohn seiner (harten) Arbeit. Der letzte Funken Hoffnung erlosch schließlich fünfeinhalb Minuten vor Schluss, als sich ETV-Topscorer Salami beim Stand von 63:81 mit einem disqualifizierenden Foul vorzeitig in die Kabine verabschiedete. So geriet der Rest der Partie zum munteren Schaulaufen, bei dem es Stefan Weß vorbehalten war, mit einem Dreier zum 102:72 die berühmte Basketball-Schallmauer zu durchbrechen. Am Ende stand die fünfte Saisonniederlage für die Eimsbütteler, die auch die unverhoffte Rückkehr an die alte Erfolgsstätte nicht verhindern konnte.

Während die WWU Basket Münster (5:3 Siege) am kommenden Wochenende den überraschend starken Aufsteiger RheinStars Köln (5:1) empfangen, muss der ETV (1:5) zum vielleicht schon richtungsweisenden Duell bei den Iserlohn Kangaroos (4:4) reisen. Dann vermutlich mit Neuzugang Matej Jelovcic (21), der vor rund einem Monat seinen Vertrag beim Ligakonkurrenten SC Rist Wedel aufgelöst hat und künftig die Eimsbütteler auf der Guard-Position verstärken soll.

Kommentar Sükran Gencay zum Spiel: „Wir wollten aggressiv und offensiv verteidigen, weil wir wussten, dass es im Setplay gegen diesen körperlich starken Gegner schwer werden würde. Das ist uns anfänglich auch gut gelungen, aber dann haben sich die Fehler wieder gehäuft und es wurde mit größer werdendem Rückstand immer schwerer. Wir brauchen mehr Konsequenz im Abschluss und mehr Vertrauen zueinander. Wir können immer phasenweise mithalten, aber es fehlt die Konstanz. Es ist ein Lernprozess, da müssen wir einfach durch. Von Matej erhoffe ich mir echte Entlastung auf der Guard-Position. Er ist jemand, der gut verteidigt, den Ball gut verteilen kann und das Spiel schnell macht.“

Kommentar Sükran Gencay zu den Umständen der Partie: „Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech hinzu. Es ist in jeder Hinsicht undankbar, nach so vielen Spielausfällen und Rhythmusstörungen auch noch diesen Stress zu haben. Da es ja keine Zuschauer gab, habe ich vorgeschlagen, die Halle zu wechseln. Eine Reparatur der Korbanlage durch einen Techniker hätte länger gedauert. Die Schiedsrichter haben dann mit der Spielleitung telefoniert, und die hat zugestimmt, genau wie der Gegner. Es war am Anfang komisch, wieder in der Hohen Weide zu spielen, aber dann habe ich relativ schnell nicht mehr daran gedacht.“

ETV gegen Münster: Salami (24 Punkte/6 Rebounds/5 Assists), Hoppe (17 Punkte), Abaker (14 Punkte/4 Assists), Uzkuraitis (7 Punkte/4 Rebounds), Paetsch, Gust (je 3 Punkte), Ofori, Migurnov (je 2 Punkte), Eckmann (3 Rebounds), Lungongo, Büürma, Tittel

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